Bericht Jahreshauptversammlung 2017

Wirtschaftsverband Ruhpolding sieht Aufbruchsstimmung

Der 1. Vorsitzende Alfons Pichler betont eingangs, dass in Ruhpolding der Stillstand der 90iger Jahre und der Folgejahre überwunden sei und sich nun in nahezu allen Bereichen massive Verbesserungen einstellen. So sei bei den meisten Hotelbetrieben der Generationenwechsel vollzogen und es werde in hohem Maße in die Verbesserung der Qualität und auch in Kapazitätserweiterungen investiert. Hinzu komme der Bau eines vollkommen neuen, sehr großen Hotels in Zell. Auch die Gemeinde konnte in den letzten Jahren die öffentliche Infrastruktur für Einheimische und Gäste weiter ausbauen, beispielsweise durch den Bau der Ortskernumfahrung und der daran anschließenden Neugestaltung der Hauptstraße oder durch die Renovierung des Bahnhofs und den Neubau der Tourist-Info. Private Initiativen wie das neu gebaute Brothaus am Kreisverkehr, das neue Ärztehaus, die Georgsquelle, der samstägliche Bauernmarkt, die Ganzjahresrodelbahn am Westernberg, der kontinuierlich ausgebaute Freizeitpark oder neu gestaltete Fahrradgeschäfte verbesserten die Lebensqualität. Attraktive Sportstätten wie topmoderne Schützenhalle, der Golfplatz, die Langlaufloipen oder die Bogenschießanlage seien in dieser Dichte kaum irgendwo zu finden. Leistungsfähige Handwerksbetriebe seien nahezu vollständig ausgelastet und böten vielseitige Arbeitsplätze. All dies sei in eine wunderbare Natur mit vielen Freizeitmöglichkeiten wie Wandern, Radeln, Schwimmen und Langlaufen eingebunden. Problematisch sei es derzeit, angesichts der Vollbeschäftigung in der Region Arbeitskräfte und insbesondere Auszubildende zu bekommen. Der Einsatz von Ausländern sei absolut notwendig. Es sei bedauerlich, dass viele Betriebe einerseits mit Asylbewerbern beste Erfahrungen machen konnten, andererseits diese trotz guter Integration wieder zurückgeschickt würden. Gute Leute müssten Bleiberecht bekommen. Ein weiteres Sorgenkind sei der Strukturwandel im Einzelhandel. Angesichts der neuen Konkurrenz durch das Internet seien insbesondere für kleine Läden Ideen und Kreativität erforderlich. Um den unschönen Leerstand im Ortskern zu mindern, sei es überlegenswert, die Ladengeschäfte auf die Hauptstraße zu konzentrieren und Nebenstraßen wie die Kurhausstraße eher als Wohnstraßen zu sehen. Insgesamt könne man zufrieden auf das Erreichte blicken und müsse sich keinesfalls vor anderen Orten verstecken. Weitere Anstrengungen seien jedoch immer nötig.

In Vertretung der Sprecherin für den Tourismus, Annabell Pichler, blickt Peter Högl jun. auf die nicht ganz unproblematische Einführung der Chiemgau-Karte und auf die Mitarbeit des Wirtschaftsverbandes im Tourismusausschuss der Gemeinde zurück. Bernhard Truk, Vertreter der Tourist-Info, berichtet über den Markenbildungsprozess für den Ferienort Ruhpolding. Der Leitwert von Ruhpolding sei Heimat, der durch Werte wie Geborgenheit, Natur, Qualität und Sauberkeit sowie Flexibilität und Innovation ergänzt werde. Ruhpolding richte sich aufgrund der aktuellen Angebotsstruktur an Zielgruppen der Mitte: die „Bürgerliche Mitte“ als aktuell bedeutendste Zielgruppe und die „adaptiv Pragmatische“ als die Entwicklungsrichtung der bürgerlichen Mitte und somit strategisch von Relevanz. Zu beiden Zielgruppen seien Musterpersonen entwickelt worden.

Für den Bereich Handwerk und Gewerbe stellt Thomas Schuhbeck fest, dass die Betriebe sehr gut ausgelastet seien. Auch aus diesem Grund werde es im kommenden Jahr keine Gewerbeschau geben. Problematisch sei, dass kaum Gewerbegrundstücke zu erwerben seien. Lediglich auf Pachtbasis gäbe es in sehr begrenztem Umfang Möglichkeiten. Er erneut den Vorschlag, in Ruhpolding ähnlich wie in Siegsdorf und Inzell Hinweisschilder zum leichteren Auffinden der Handwerksbetriebe anzubringen, analog zur Beschilderung der Hotels bzw. Ferienwohnungen. Leider sei ein entsprechender Antrag seitens der Gemeinde abgelehnt worden. Der Alternativvorschlag der Gemeinde, das elektronische Infosystem der Tourist-Info mit zu nutzen, sei aus der Sicht des Wirtschaftsverbandes nicht zielführend. Man werde einen neuen Anlauf starten.

Jochen Sieger stellt für den Bereich Handel fest, dass das „Ladensterben“ in diesem Jahr weitergegangen sei und weitere Schließungen zu erwarten seien. Er blickt auf die Veranstaltungen des vergangen Jahres, das bestens eingeführte Nachtspektakel, den Georgi-Tag und den Lichteradvent zurück. Von den Veranstaltungen würden v.a. die Wirte, oft weniger die Einzelhändler profitieren. Jochen Sieger bittet dringend um mehr Gemeinsamkeit und Engagement der Einzelhändler, da ansonsten größere Veranstaltungen kaum zu stemmen seien. Die Chancen der freitagabendlichen Sperrung der Hauptstraße während der Sommersaison sollten gezielt zur Belebung des Ortszentrums genutzt werden. Ein aktuelles Thema sei der Erhalt und der Ausbau der Winterbeleuchtung. Die Häuser an der Hauptstraße sollten möglichst durchgehend mit einer solchen ausgestattet werden. Derzeit könne die Ausstattung für die Winterbeleuchtung unter besonders günstigen Konditionen beschafft werden. Der Lichteradvent werde dieses Jahr am 23. Dezember stattfinden.

In der Diskussion stellt Uwe Vogt die Idee eines Bikeparks da. Ein solcher sei eine Attraktion für Familien mit Kindern und sei in Wals-Siezenheim bereits mit großem Erfolg realisiert. 1. Bürgermeister Claus Pichler entgegnet, dass es kaum einen Ort mit 7.000 Einwohnern und so vielfältigen Angeboten wie Ruhpolding gäbe. Angesichts der großen Aufgabe, den Bestand zu erhalten, bestünde kaum Spielraum für neues. Es sei jedoch ein Skatepark in Arbeit, wobei auch hier die Genehmigung aufgrund der Lärmproblematik schwierig sei. Michael Mayer appelliert an die Gemeinde, Gewerbeflächen sowie Bauland für Familien bereitzustellen. Nur so sei eine Weiterentwicklung möglich Bürgermeister Claus Pichler betont, dass die Gemeinde sich intensiv bemühe, die entsprechenden Planungsprozesse jedoch Jahre dauerten. Weiterhin werden die Schlusszeiten bei Musikveranstaltungen im Freien, auch beim Biathlon-Weltcup, angesprochen. Bürgermeister Claus Pichler verspricht, die Gemeindeverwaltung sei hier so unterstützend wie möglich tätig, jedoch seien die Vorschriften zum Lärmschutz sehr restriktiv und würden kaum Spielräume ermöglichen.

Der neue 1. Vorsitzende Alfons Pichler betont, dass der Wirtschaftsverband auf die Mitarbeit möglichst vieler Ladenbesitzer, Wirte oder Gewerbetreibende angewiesen sei. Es sei das Engagement aller erforderlich. Um noch schlagkräftiger zu werden, sei eine Fusion mit dem Verkehrs- und Kulturverein im Gespräch.

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